Druckwissen – der Leitfaden

Alles was du über Printprodukte wissen musst.

Der Ablauf eines Druckprojektes:

  1. Briefing: Alles beginnt damit festzulegen was du brauchst, was macht Sinn? Mit welchem Printprodukt kannst du wen und was erreichen? Mehr über das Erreichen von Zielgruppen findest du in diesem Blogpost. Nachfolgend eine Aufzählung von Printmedien von A-Z, die ich bereits gestaltet habe und die alle sehr unterschiedliche Zwecke erfüllen: Anzeigen, Aufkleber, Aufsteller, Beilagen, Bierdeckel, Blöcke, Briefpapiere, Broschüren, Bonuskarten, Fahnen, Flyer, Karten, Gerüstplanen, Gutscheine, Kalender, Kataloge, Magazine, Mailings, Planen, Postkarten, Schilder, Verpackungen, Visitenkarten, Zeitungen. Die Links führen zu meinem Portfolio, wo es entsprechende Arbeitsproben gibt.
  2. Budget und Zeitrahmen: Setze vorab ein klares Budget und mach dir Gedanken um den Zeitrahmen, um realistische Erwartungen zu haben und Stress zu vermeiden. Mal eben schnell und bitte für lau, sind Worte die niemand hören will!
  3. Haltbarkeit und Drucktechniken: Berücksichtige die Haltbarkeit des Druckmaterials. Je nach Verwendungszweck können bestimmte Printprodukte besser geeignet sein als andere. Es gibt verschiedenen Drucktechniken – Offsetdruck, Digitaldruck, Siebdruck. Wir entscheiden zusammen, welche am besten zu der Projektanforderung passt. Mehr über die Langlebigkeit von Print gibt es hier.
  4. Auflagenhöhe und Lieferzeiten: Vorausschauen ist besser. Wir überlegen gemeinsam, welche Auflagenhöhe für dein Projekt ideal ist, du möchtest weder zu wenig Prints haben, noch unnötig Papier verschwenden. Die Lieferzeiten für dein Printprodukt checke ich, bevor ich das Projekt starte.
  5. Produktion und Druckereien: Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Druckereien ist essenziell. Ich übernehme auch gern die Suche nach der passenden Druckerei und die Produktions-Abwicklung bis zum fertig gedruckten Endprodukt. Je nach Budget, Aufgabe und Vorliebe können wir bei einer großen online-Druckerei, einer Druckerei vor Ort oder einer komplett nachhaltigen Druckerei drucken. Bei komplizierten, individuellen Anforderungen habe ich zusätzlich einen versierten Produktioner in meinem Netzwerk, der mich unterstützt. 
  6. Vorbereitung der Druckdaten & Reinzeichnung: Eine gute Vorbereitung ist alles! Vor der Erstellung der Druckdaten bekommt das Layout den letzten Feinschliff: die Reinzeichnung. Hierbei wird der Textsatz überprüft, ich achte auf korrekte Trennungen, guten Lesefluss, die richtige Bildauflösung, Beschnittzugabe, den richtigen Farbmodus und die erforderlichen Farbprofile. Dann erstelle ich die Druckvorlage (heute meistens ein PDF) nach den Vorgaben der Druckerei, um das optimale Druckergebniss zu erzielen. Warum die Lesbarkeit von Print eine entscheidende Rolle spielt, erfährst du in diesem Blogpost.
  7. Reibungsloser Produktionsablauf: Ich achte auf einen reibungslosen Ablauf von Anfang bis Ende. Klare Kommunikation, sorgfältige Vorbereitung und gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sind der Schlüssel für ein gutes Ergebnis. 

DIY oder Profi?

Einige, kleinere Printprojekte (zum Beispiel Flyer, Karten, Visitenkarten oder Briefpapier)kannst du – mit ein bisschen Know-how – selbst in Canva oder Word gestalten und dann drucken lassen. Mein Glossar kann dich ein bisschen unterstützen, in dem dir dort Fachbegriffe erläutert werden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass viele Laien sich mit der Gestaltung und dem Erzeugen eines Druck-PDF sehr schwer tun. Wenn das so ist, übernehme ich gern. Vielleicht passt ja eines meiner Angebots-Pakete für dich.

Druckwissen ist für dich Fachchinesisch? Mein Glossar hilft dir, die Welt der Drucktechnik besser zu verstehen!

A:

Auflösung:

Die Detailgenauigkeit von Bildern oder Druckdateien, gemessen in dpi (dots per inch), beeinflusst die Qualität des Druckergebnisses. Die Bildschirmauflösung liegt bei 72 dpi, die Auflösung beim Offsetdruck bei 300 dpi. Für den Druck brauchst du hochaufgelöste Bilder (und Logos), kleine, unscharfe Dateien sehen hinterher scheußlich aus.

Ausschießen:

Für den Druck werden die Einzelseiten in eine bestimmte Reihenfolge gebracht, dies übernimmt in der Regel die Druckerei.

Aussparen:

Bedeutet, dass das unten liegende, farbige Objekt für den Bereich des darüberliegenden nicht druckt. Die Farbe des oben liegenden Objektes wird in der Originalfarbe wieder gegeben. Beispiel: Wenn man Gelb auf Blau druckt – wird es Grün. Deshalb muss Blau an den Gelb-Stellen „ausgespart“ werden. Bei Layout-Programmen ist dies so richtig voreingestellt.

 

B:

Beschnitt:

Ein zusätzlicher Randbereich um das Druckmotiv herum, der während der Produktion abgeschnitten wird, um sicherzustellen, dass das Endprodukt unschöne Blitzer hat. Gestaltungselemente (Fotos, Hintergründe)die bis an den Rand reichen sollen, müssen bis über die Formatbegrenzung des Endprodukts hinaus gesetzt werden (je nach Vorgabe der Druckerei 1 - 3 mm).

Blindprägung:

Sonderdruckverfahren, bei dem eine Gravur und als Gegenform eine Matritze unter hohem Druck eine Prägung im Papier erzeugt.

 

C:

CMYK-Farbmodus:

Die Abkürzung CMYK steht für die vier Farbbestandteile Cyan (Blau), Magenta (Rot), Yellow (Gelb) & Key (Schwarz). Offset-Druckmaschinen arbeiten mit den deckenden, subtraktiven Grundfarben, die übereinandergedruckt Schwarz ergeben. Weiß entsteht durch Weglassen von Farben. Dieser Farbmodus wird in der Druckindustrie für den Vierfarbendruck verwendet.

Coated paper:

(dt. = gestrichenes Papier): Behandeltes Papier mit einer sehr glatten Oberfläche, welches die Farbe nicht wie

Löschpapier aufnimmt.

 

D:

Datenformat:

Das Datenformat entspricht der Größe des Endformats plus die Beschnittzugabe, welche Sie im jeweiligen Datenblatt finden.

Digitaldruck:

Beim Digitaldruck werden keine statischen Druckformen wie Offsetdruckplatten, Stempel oder Schablonen benötigt. Der Digitaldruck ist besonders gut für kleine Stückzahlen geeignet.

Druckbogen:

Der Druckbogen ist das Grundformat auf dem mehrere Einzelseiten (4, 8, 16, 32 oder 64 Nutzen) zusammen auf der Vorder- und ggf. Rückseite bedruckt werden. Bei einer Broschüre muss die Seitenzahl immer ein Vielfaches von 4 sein.

 

E:

Endlosdruck:

Eine Drucktechnik bei der nicht mit einzelnen Druckbogen gearbeitet, sondern mit einer großen Rolle Papier, die in die Druckmaschine eingespannt wird. Durchlaufend wird das Material hier bedruckt, gefalzt (siehe Falzen) und geschnitten – und richtig schnell! Bekannt ist dieses Druckverfahren durch den Zeitungsdruck.

Euroskala:

Eine genormte Farbtabelle, die für die im Vierfarbdruck eingesetzten Druckfarben Gelb, Magenta, Cyan und Schwarz (CMYK) die Druckreihenfolge, die Sättigung und den Farbton festlegt. Mithilfe meiner gedruckten Euroskala-Farbtabelle kann ich alle CMYK-Farben (unabhängig vom Monitor) festlegen.

 

F:

Farbprofile:

Es gibt eine Vielzahl von definierten Farbprofilen, die konsistente Farben bei deinem gedruckten Medium und dem digitalen Bildschirm gewährleisten.

Falzen:

Unter Falzen versteht man eine Technik, die Pappe, Karton oder Papier entlang einer scharfen Kante – Falzlinie oder Falzbruch genannt – faltet.

FSC® / PEFC:

FSC „Forest Stewardship Council und PEFC „Programme for the Endorsement of Forest Certification“ sind internationale Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldwirtschaft. Es gibt inzwischen viele nach diesen Standards zertifizierte Papiere, die gar nicht mehr nach grauem Umweltpapier aussehen.

 

G:

Grammatur:

Bezeichnet das Papiergewicht pro Quadratmeter, das Papiergewicht ist ein entscheidender Qualitäts-Faktor für jedes Projekt.

 

H:

HKS-Farben:

Sind vorgemischte Sonderfarben, die im Druck verwendet werden. Im HKS-Farbfächer gibt es 88 Basisfarben und insgesamt 3520 Volltonfarben. Das Erscheinungsbild der Farben ist immer nahezu identisch.

 

I:

ICC-Profil:

Ein Standardformat, das die Farbwiedergabe zwischen verschiedenen Geräten, wie Druckern und Monitoren, standardisiert.

 

J:

JPEG / JPG:

Ein häufig verwendetes Dateiformat für Bilder, das jedoch verlustbehaftete Komprimierung verwendet, was zu einem Qualitätsverlust führen kann, je nach Druckproduktion sollte man vorab schauen, ob JPGs geeignet sind.

 

K:

Kleinauflage:

Eine geringe Anzahl von gedruckten Exemplaren, besonders relevant für kleinere Projekte oder Prototypen.

 

L:

Laminierung:

Eine Schutzschicht, die auf das Druckmaterial aufgebracht wird, um es vor Verschleiß, UV-Strahlung und Feuchtigkeit zu schützen.

 

M:

Musterdruck:

Ein Testdruck, der vor der Massenproduktion erstellt wird, um sicherzustellen, dass das Endergebnis den Erwartungen entspricht.

 

N:

Naturpapier:

Alle Papiere, die nicht durch eine Beschichtung oder Imprägnierung bearbeitet wurden – also natürlich

belassen. Wer Wert auf eine besondere Haptik legt, sollte sich mal verschiedene Naturpapiere ansehen.

 

O:

Offsetdruck:

Kurz zusammengefasst: Eine Drucktechnik, bei der Tinte von einer Platte auf ein Gummituch und dann auf das Druckmaterial übertragen wird. Die Druckplatte aus Aluminium ist flach – für den Druck wird die Oberflächenstruktur der Teile der Aluminiumplatte, die gedruckt werden sollen, durch Belichtung verändert – und das Bildpunkt für Bildpunkt. Dieser Prozess wird mindestens auf vier Druckplatten der Druckmaschine wiederholt, da jede Grundfarbe (CMYK) eine eigene Druckplatte besitzt. Es kann auch eine Sonderfarbe aufgetragen werden, für die dann eine eigene Druckplatte benötigt wird.

 

P:

Pantone-Farben:

Festgelegte Sonderfarben, die durch das standardmäßige CMYK-Farbmodell nicht dargestellt werden können. Die Nummerierung der Pantone-Farben ist dabei international festgelegt, der Farbton ist immer gleich und die Sonderfarbe kann ausschließlich oder als 5. Farbe im Offsetdruck gedruckt werden.

PNG:

Steht für „Portable Network Graphics“. Das Format zeichnet sich durch eine verlustfreie Kompression von Grafikdateien aus und ist als offizielles Internetdatenformat anerkannt. Wie auch JPGs handelt es sich bei PNGs um Pixeldateien, da sie aus vielen quadratischen Bildpunkten bestehen.

Proof:

Der Prozess der Überprüfung von Druckdateien oder -mustern, um sicherzustellen, dass sie genau den Anforderungen entsprechen. Heutzutage erhält mein ein Digital-Proof.

 

R:

Raster:

Druckmaschinen drucken entweder Farbe oder keine Farbe, ein bisschen Farbe geht nicht. Um Farbverläufe und Helligkeitsunterschiede darstellen zu können, werden Druckraster genutzt. Je höher das Raster, desto weniger ist es sichtbar, bei Zeitungen kann man das Raster mit dem bloßen Auge erkennen. Die Gitterstruktur der Rasterpunkte ermöglicht, dass die Farbpigmentierung an einigen Stellen stärker oder eben weniger stark ist.

RGB:

Abkürzung für Rot, Grün, Blau. Die drei Lichtfarben ergeben zusammen weißes Licht und sind die Primärfarben der additiven Farbmischung, nach deren Prinzip unter anderem Scanner und Farbmonitore arbeiten. Der Farbraum von RGB ist viel größer als der von CMYK, im Druck kommen keine RGB-, sondern CMYK-Farben zum Einsatz, deshalb ist ein Druckprodukt oft weniger leuchtend und hat weniger Farbnuancen.

 

S:

Siebdruck:

Eine Druckmethode, bei der Tinte durch ein feinmaschiges Sieb auf das Druckmaterial gedrückt wird.

 

T:

Tonwert:

Im Übergang zwischen den absoluten Farben Schwarz und Weiß entstehen Grautöne, die man auch Tonwerte nennt. Ein 50%-iger Grauton hat den halben Intensitätswert der Farbe Schwarz.

Trocknungszeit:

Die benötigte Zeit, bis die Druckfarbe vollständig auf dem Druckmaterial getrocknet ist. Erst trocknen lassen, dann weiter verarbeiten (stanzen, falzen, binden).

 

U:

Uncoted paper:

(dt. = ungestrichenes Papier) oder auch Naturpapier ist Papier ohne Strichauftrag, dass durch Natürlichkeit und seine raue Oberfläche , Struktur und besondere Haptik zu erkennen ist.

Überfüllung:

Das minimale Überlappen von zwei aneinandergrenzenden Farbflächen, um Blitzer durch Hervorscheinen des Papieres zu vermeiden. Dabei muss die hellere Druckfarbe die dunklere leicht überlappen. Layoutprogramme haben dafür Voreinstellungen.

UV-Druck:

Ein Druckverfahren, bei dem Tinte mit UV-Licht sofort getrocknet wird, was zu schnelleren Produktionszeiten führt.

 

V:

Vierfarbendruck:

Die Kombination der Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) für eine breite Palette von Farben im Druck.

 

W:

Wasserzeichen:

Ein Muster oder Logo, das in das Druckmaterial eingearbeitet ist, oft zur Markierung oder als Sicherheitsmerkmal. Es gibt auch edle Geschäftspapiere mit Wasserzeichen.

 

Z:

Zickzackfalz:

Oder auch Leporellofalz. Die Bezeichnung für mehrere, parallele Falze, bei denen die Seiten im Zickzack, wie bei einer Ziehharmonika, gefaltet sind.

 

So, das wars, dieses Glossar wird bei Bedarf ergänzt. Anmerkungen gerne per E-Mail an mich.